Aktuelles aus der Kategorie 'Besonderes'

Dem Biber auf der Spur

20. Juni 2017

Im Rahmen der Aktion NATURA2000 macht Schule des Blaurackenvereines L.E.i.V. werden Schüler der Neuen Mittelschulen mit Bezug zu den heimischen NATURA2000 Gebieten von ausgebildeten Naturpädagogen in die Naturräume des Bezirkes entführt. Dort gibt es dann Forschungsarbeit zum Fühlen und Erleben.

Oliver Gebhard ist Zoologe aus Graz und Säugetierspezialist. Mit den Schülern der NMS Fehring erkundete er die Raab bei Hohenbrugg auf Biber- und Fischotterspuren. Die Fährten wurden mit Gibsabdrucken ausgehärtet. Jeder Schüler konnte solch einen Abdruck mit nach Hause nehmen. Alle Spuren (Fährten und Fraßspuren) wurden zusammengetragen und eine Karte mit den Bewegungsmustern der Säuger erstellt. Am Ende gab es auch noch ein Biberfell zum Anfassen.

BAT-NIGHT in Klöch

11. Juni 2017

2 hervorragende Vortragende, Oliver Gebhard (re) aus Graz und Primoz Presetnik (mi) aus Laibach haben gestern bei der Bat-Night in Klöch das Neueste aus der Fledermausforschung weltweit und auch regional vorgetragen. Es ist ein Glück, dass es diese Vernetzung zwischen Forschern und Naturschützern gibt und die Zusammenarbeit hat schon Tradition. Der Grund dafür war ursprünglich die Erweiterung des Klöcher Steinbruches, bei der die Bevölkerung eine Umweltverträglichkeitsprüfung verlangte und Primoz Presetnik den Teil der Fledermäuse erforschte. Seit 2004 gibt es eine gedeihliche Zusammenarbeit im Rahmen der Aktion Beserlgeld für Fledermäuse. Es wurden über 100 private Wochenstuben ausgesucht und die Leute beraten. Mit der Pfarre gibt es ein Übereinkommen, dass die Pflege des Pfarrhofes Klöch von Freiwilligen der Berg- und Naturwacht und vom Blaurackenverein übernommen wird und im Gegenzug niemand Umbauarbeiten oder Sonstiges im Dachstuhl durchführt, was für die mittlerweile größte steirische Wochenstube mit schon fast 3000 Fledermäusen vom erheblichen Nachteil wäre. Auch Bürgermeister Dupona ist eingebunden und freut sich über diese Natur-Attraktion im eigenen Dorf. Den ganzen Beitrag lesen »

NATURA2000 macht Schule

9. Juni 2017

Der Blaurackenverein finanziert aus eigenen Mitteln 5 Biologen, die mit den Neuen Mittelschulen Projekttage zum Thema NATURA2000 durchführen. Nachdem kaum Akzente in Richtung NATURA2000 Bildung gesetzt werden schien es uns umso notwendiger etwas für die Bildung der nächsten Generation beizutragen. Immerhin hängt von der heutigen Jugend die Landbewirtschaftung der Zukunft ab. Von 10 Neuen Mittelschulen nehmen 320 Schüler, vornehmlich die der Biologieklassen im heurigen Jahr teil. Die ersten Einsätze unserer Biologen fanden schon am 10. und 12. Mai in Hohenbrugg an der Raab mit 40 Schülerinnen und Schülern der NMS Fehring statt mit den Naturpädagogen Andreas Tiefenbach und Gudrun Kaufmann.

„Von Schlangen und anderem „grauslichen Getier“

Nach einem kurzen Spaziergang vom Gemeindezentrum Hohenbrugg zum Naturschutzgebiet „Hohenbrugger Altarme“ erfuhren die Kinder zur Einleitung viel Wissenswertes über heimische Schlangen und Echsen. Vor allem das Aussehen und die Lebensweise der in der Südoststeiermark beheimateten Natternarten wurde den Kindern näher gebracht.  Warum es im Raabtal keine Giftschlangen gibt und wie man richtig reagiert wenn man – natürlich nicht in der Oststeiermark – von einer Kreuzotter oder Hornotter gebissen wird, wurde ebenso erklärt, wie die Frage warum denn eine Blindschleiche keine Schlange (und auch keine Eidechse) ist. Welche Schlangen Eier legen und welche lebende Jungen gebären (wie zum Beispiel die Schlingnatter). Den ganzen Beitrag lesen »

Unsere Wiesen sind Lebensräume

7. Juni 2017

Vorsicht: Langer Text

Seit 20 Jahren werden einige unserer Pachtflächen schon von uns bewirtschaftet. Es ist an der Zeit nach zu sehen, was sich alles in den Wiesen verbirgt und es ist spannend. 274 Flächen werden zurzeit von uns bewirtschaftet. Um einen Überblick über die Pflanzenwelt zu bekommen, reicht es nicht aus, nur einmal nach ihnen zu suchen. Man muss schon über die ganze Vegetationszeit, also von März bis Oktober hinschauen und jedesmal wird man fündig werden. Wir wollten also nichts versäumen und so haben wir schon sehr zeitig begonnen nach den Pflanzen zu suchen. Zuerst erscheinen die Frühlingsgeophyten – meist Waldpflanzen, die auch auf schattigen Wiesen wachsen:

                         Illyrischer Krokus

Illyrischer Krokus, Buschwindröschen, Lungenkraut, Lerchensporne, Frühlingsknotenblume, Heckennieswurz usw. Dazu die Frühlingsgräser: Wiesenfuchsschwanz, Ruchgras, Frühlings-Segge, Wiesen-Simse. Überhaupt sind die Sauergräser eher früher als die Süßgräser dran. Im März sind auch schon die Hummelköniginnen unterwegs:

Die seltene Grashummel findet man auch auf unseren Wiesen

Den ganzen Beitrag lesen »

Vollpension und Vogelfotographie

20. Mai 2017

Veszna erklärt uns den serbischen Naturschutzansatz

Die Kleinlandwirte Vesna und Bence bekochen uns in ihrem Garten aus dem Wog heraus, der auf einer kleinen Feuerstelle am Boden errichtet ist. Es gibt Serbische Bohnensuppe mit Schaf-Fleisch, dazu Jungzwiebel, Brot und einen Cuvee verschiedener Schnapssorten, Bier, Tee und Kaffee. Das meiste Gemüse wird selbst angebaut. Inmitten der weiten Puzta in Nordserbien haben sie ihr bescheidenes Häuschen und vermieten 4 Betten für Fotographen mit Vollpension um € 30,-/Tag. Dazu gibt es 3 Fotostände in unmittelbarer Umgebung mit angelegten Hecken, Nistkästen und Teichen. Die Benutzung dieser Stände ist um einen kleinen Aufpreis pro Tag erschwinglich. Wichtig ist, dass bei dieser Art von Ökotourismus die Eigentümer selbst dafür gesorgt haben, dass sich die Vögel auf ihrem Grund wohlfühlen und für die serbische Landbevölkerung € 200,- pro Monat das Durchschnittseinkommen darstellen. Die Ranger der 5 umliegenden Naturparke bringen die Gäste zu den Häuschen und holen sie auch wieder ab.

Der 7 Meter hohe Hochstand gibt einen guten Überblick übers Gelände

Wir setzten uns in den bequemen Hochstand, indem 3 gemütliche Bürosessel auf uns warten. Unsere Getränke haben wir mitgenommen, wir werden die nächsten 3 Stunden hier verbringen. Die Lucken öffnen sich nach innen. Von außen undurchsichtiges Glas verhindert, dass wir von den Vögeln wahrgenommen werden. Die Lucken sind je nach Sonnenstand nach Westen oder Osten bzw. nach Norden zu öffnen. Nur 5 Meter vom Fenster entfernt befinden sich 7 Nistkästen für Falken und Blauracken.

Otto zeigt uns die Besonderheiten und erklärt uns die Verhaltensregeln auf dem Hochstand

Die Rotfußfalken paaren sich gerade und führen ihre Balz- und Abwehrflüge durch. Die Männchen bringen Beute und übergeben sie den Weibchen, die hier bei den Nestern warten. Dann legen sich die Männchen in die Nester während die Weibchen jagen. 2 Turmfalkenpärchen brüten gleich nebenan und werden immer wieder von Dohlen belästigt. Die Blauracken lassen sich nichts gefallen. 2 Brutpaare brüten hier im Abstand von 10 Meter.

5 Meter vom Fenster entfernt und mit der Handykamera fotografiert balzt dieses Turmfalken-Pärchen

Für ein Starenpärchen ist auch noch Platz. Im Gebüsch in 10 Meter Entfernung balzen 2 Schwarzstirnwürger und vertreiben gemeinsam ein weiteres Pärchen, das sich hier auch ansiedeln möchte. Turteltauben fliegen immer wieder durch das dargebotene Schauspiel. Uns bleibt die Spucke weg. Mit soviel Aktionismus haben wir nicht gerechnet. Otto Szekeres, Oberranger seines Gleichen hat uns nicht zuviel versprochen.

Ein Laubfrosch möchte zu uns herein

Ein Storchenhorst lockt einen Weißstorch zum Verweilen. Aus unserer Position können wir ins Nest schauen. Der Hochstand liegt über den Nestern. Am Hochstand selbst sind noch 4 Nistkästen angebracht. Auf die Idee einen derartigen Stand zu errichten, kam der Sohn von Otto, Levente Szekerez, der mit seinen 18 Jahren inzwischen zu den Top-Naturfotografen Serbiens zählt. Seine Bilder schmücken die Prospekte der Naturparke.

Die Zimmer sind modern mit eigenen Sanitärräumen

Nach unserem Ansitz gibt es Abendessen. Vesna und Bence unterhalten uns in 5 verschiedenen Sprachen. Slowenisch, Serbisch, Ungarisch, Deutsch und Englisch. Früher haben sie selbst aktiv im Naturschutz gearbeitet und an forderster Front für die Erhaltung der Puzta gekämpft. Immer wieder wollten Politiker die unfruchtbare Gegend aufforsten. Heute hat man mit invasiven Robinien, Götterbäumen oder Papageipflanzen zu kämpfen. Den Naturwald, den es auf diesen Flächen nicht gibt, weil entweder Salzböden es verhindern, oder der fehlende Niederschlag, der hier im Mittel bei 250 Liter im Jahr liegt, will man mit teuren Beregnungen erzeugen. Das Wasser kommt aus dem Untergrund, denn was viele nicht wissen: Serbien und Ungarn sitzen auf den größten Grundwasservorkommen Europas. Über 15 Kilometer tief ist das pannonische Becken und gefüllt mit fossilen Süßwasservorräten. Den ganzen Beitrag lesen »