Projekte des Blaurackenvereins

Startprojekt „Thermische Verwertung von Naturschutzheu“

 

Erwünschte/unerwünschte Entsorgung …

Für zwei aneinandergrenzende Europaschutzgebiete (Südoststeirisches Hügelland und Grenzmur) ist die Erhaltung und Ausweitung von Wiesenflächen unter ökologischen Standards, wie sie z.B. der Vertragsnaturschutz gewährleisten kann, Lebensraumsicherung und damit essentiell für den Erhalt der Schutzgüter. Ein Rückgang der Rinderhaltung in den letzten Jahren führte vorerst zu einem Anstieg der verfügbaren Förderflächen, in weiterer Folge jedoch zu einem Verwertungsproblem des Heus. Dies landet nicht selten in den Wäldern oder verrottet irgendwo in der Landschaft trotz hohem Ernteaufwand.

 

 90% der Wiesenflächen würden jedoch ohne Vertragsnaturschutz sofort verloren gehen, weil keine Wirtschaftlichkeit hinter dieser Form der Landwirtschaft gesehen wird.

Dieser Umstand bewog uns ein Projekt zur Verwertung des Heus zu initiieren.

Ziel 1:

 Administration der Entsorgung von Heu aus dem Europaschutzgebiet.

Es wird die Umsetzbarkeit und Wirtschaftlichkeit der Heupelletierung, bzw. Heubrikettierung im Kleingewerbe, für den bäuerlichen Zuerwerb getestet.

Ziel 2:

Aufbau einer entsprechenden Maschinerie zur Erzeugung von Heupellets und Heubriketts.

Ziel 3:

Brennstoffprüfungen zur Zulassung des Brennstoffes Heu für Einzel- und Gewerbeheizungsanlagen durch Joaneum Research in der Produktionshalle in Radochen 

Zu den Bildern: Prüfeinrichtung, Verbrennugsbild und Einbau des verwendeten   Feinstaubabscheiderkamins der Fa. Schiedel

   

 Erfolgreiche Verbrennungsversuche mit den produzierten Pellets

Ursprüngliche Aufstellung der Brikettier/Pelletieranlage

   

     

   

 

   

 

Produkte: Pellets/Briketts  

 

 Versuche mit Maisspindelmaterial

 Trocknung (mit Spezialfolie) 

    

Brikettieren/Pelletieren und Verbrennen 

anschließend ebenfalls Brennstoffprüfung mit unserer Heizanlage durch Joaneum-Resarch im Auftrag der Landwirtschaftskammer Steiermark.

Exkursionsbericht

Bericht über die Fachtagung Energie

Straubinger Vortrag

   

   

 

 

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Endbericht:

Das Projekt wurde 2011 an die Bauernschaft übergeben und mit Erfolg an einem Standort bei Halbenrain fortgeführt. Ein Ausbau der Anlage erfolgte 2015 mit einer Produktionsleistung von 2 Tonne/Stunde. Vermehrt werden jedoch fast nur noch Futterpellets aus Eiweißpflanzen erzeugt. Eine weitere Schiene sind Dämmstoffe. Eine thermische Verwertung war schließlich auch aufgrund einer nicht vollzogenen Genehmigung des Brennstoffes in der Steiermark für Einzelhaushalte und auch des momentan niedrigen Ölpreises nicht möglich. Als Alternative für die Heuentsorgung wird weiterhin die Mahd, die Weide und die Vermarktung nach außen betrachtet. Naturschutzheu späterer Mahdzeitpunkte kann jedoch nur mit finanziellen Einbußen bewegt werden. Der Produktionspreis liegt bei € 120,-/Tonne. Der mittlere regionale Aufwuchs bei 4 Tonnen/ha und Jahr.