Projekte des Blaurackenvereins

Wege des Lebens
Der Garten dient als Ausgangspunkt für die Wege des Lebens, ein Projekt der KLEWA = Kulturlandschaftserlebniswegagentur, eingebunden in das Vulkanlandprojekt “Spuren der Vulkane”. Im Zuge der Errichtung des Hauses der Vulkane (HdV) wurde die Basis für 4 Wege durch die Gemeinde Stainz/Straden geschaffen.

–> Weg der Kraft–> Weg der Kunst–> Weg der Wahrheit und–> Weg des Gleichgewichts.

Ein Weg ist vollständig fertig gestellt. Der Weg der Kunst führt nach Muggendorf und durch das Blauracken- Kerngebiet. Sie können eine individuelle Tour anhand der Webseite www.wegedeslebens.at planen.Gesteinsarten und Vulkanismus des VulkanlandesEin zentrales Thema ist der Vulkanismus. Die Wege sind mit Vulkan-Steinen gekennzeichnet. Am Ausgangspunkt befindet sich jeweils eine Platte aus hartem Basalt mit dem Logo der Wege im Garten. Auch beim Bau des HdV wurde auf vulkanisches Material zurückgegriffen. Es finden sich jedoch auch die anderen Gesteinsarten des Vulkanlandes hier, wie z. B.: Südburgenländischer Serpentin, Risola- Muschelkalk oder Murschotter. Der tektonische Bruch reicht von Baden bei Wien bis nach Südtirol. Von dort kommen die Vulkanischen Tuffsteine mit denen eine Trennwand gegen den windigen Durchzug errichtet wurde.Der Nachbau eines Vulkan-Standortes mit dessen Bewuchs wird im Süden des Gebäudes sichtbar. Dort finden sich Pflanzen unserer Region, die auf Trockenstandorten heimisch sind: Dazu gehören etwa Fetthennen-Gewächse, Gelber Fingerhut, Blauweiderich, Echter Gamander, Hügelerdbeere, Arznei-Thymian, usw. Die roten Steine stammen vom Gleichenberger Kogelmassiv. Basalttuffmauer und Brunnensteine aus regionalem Gestein.

Teichanlage und Permakultur

Dieses Gestein findet man auch in der Teichanlage und im Permakulturbereich. In der Teichanlage sorgt der poröse Stein für eine große Oberfläche und die Ansiedlung von wasserreinigenden Bakterien und Mikororganismen. Das Teichwasser hat immer hervorragende Wassergüte. Das Wasser für den Teich kommt vom Dach des HdV. Es wird zuerst einer 15.000 l Zisterne (Gieswasser für Trockenzeiten) zugeführt und der Überlauf wird in den Teich abgeführt. Durch diese Maßnahme wird das gesamte Teichvolumen 2 Mal im Jahr aufgefüllt. Im Teich findet man ca. 80 seltene heimische Pflanzenarten, welche hier nachgezogen werden und in die ca. 10 neu angelegten Bewässerungsteiche der Umgebung ausgewildert werden. Im Teich laichen seltene Amphibienarten des Vulkanlandes, wie Grasfrosch, Erdkröte, Kammmolch, Teichmolch, Laubfrosch und Knoblauchkröte. Zusätzlich wird derzeit eine Hör- und Seebühne errichtet.

Die Permakultur-Idee in Stainz/Straden entstammt einem Projekt aus dem Jahr 1998, wo Bernd Wieser versuchte, dafür ein eigenes Gelände in Dirnbach zu finden. Das Projekt hatte das Ziel auf landwirtschaftlichen Flächen Mischkulturen zu fördern. Zum Teil stammen diese Ideen aus dem Indianischen. Hügelbeete wiederum wurden schon im 19. Jahrhundert für Gartenbeete genutzt. Dorfhügelbeete findet man noch in Sulzbach, im Gemeindegebiet Stainz/Straden. Der Aufbau eines Hügelbeetes wird hier ebenso gezeigt, wie auch die Nutzung und dazu das Überführen der Anlage in eine stabile arbeitsextensive und naturnahe Bewirtschaftung. Aus der Idee heraus wurden einige Hügelbeete geschaffen.

Mischkulturen-Anbau


Wesentlicher ist jedoch der Mischkulturen-Anbau mit ca. 200 ha Mais-Bohnen oder 50 ha Biomischfrucht (Leguminosen-Futter-Mischung, bzw. Getreide-Mischung) im Talboden des Sulzbachtales, wobei das wesentlich ökologischere Mischfruchtprojekt eine Zusammenarbeit mit dem Biolandwirt Josef Eibler aus Manning bei Frannach darstellt. Die Anlage in Stainz/Straden wird ab 2010 in einem stabilen Zustand sein und mit Kräutern, Früchten und Sträuchern das Gasthaus LAVA versorgen.

Agroforestry-Anlage

Auch eine Agroforestry-Anlage besteht im Garten. Rund um eine Steinspirale, welche mit Mithilfe der Lebenshilfe Straden und dem Jugendworkcamp errichtet wurde, wachsen Birken. Auf diese werden Bohnen und Gurken gezogen.

Hummel-Brutkästen und Insektenherberge

Der Permakultur angeschlossen sind 1 bis 2 Hummel-Brutkästen, welche wildlebende Hummelarten beherrbergen. Das Projekt veranschaulicht die Pflegeleichtigkeit solcher Nützlinge. Damit das ganze Jahr Nahrung da ist werden auch die ursprünglichen Aubereiche des Dorfbaches in die Anlage miteinbezogen. Schon bei der Errichtung hat man darauf besondere Rücksicht genommen.

Frühlingswiese

Eine Frühlingswiese ist der Permakultur-anlage vorgelagert. Hier kann man die Frühjahrsblüher Schneeglöckchen, Krokus, Märzenbecher oder Schachblume bewundern, welche im Vulkanland vorkommen.

Streuobst-Anlage

Ein wesentlicher Bereich ist auch die Streuobst-Anlage. Diese dient neben einer Schaufunktion auch dem Unterricht. Im HdV werden alljährlich mehrere Streuobst-Schnittkurse abgehalten. Diese Schnittkurse werden zusätzlich mit einer Verkostung kombiniert, die im Haus der Vulkane durchgeführt wird. Der Kurs ist jedes Jahr zumindest zweigeteilt. Junge und alte Bäume werden geschnitten und geformt. Ein Partnerprojekt mit Slowenien existiert. Durch diese wesentliche Arbeit sollen im Schutzgebiet die Streuobstgärten und damit auch die Lebensräume unserer heimischen Vogelwelt gesichert werden. Die Werte sollen hervorgehoben werden.

Weinsorten-Anlage

Noch einen Schaugarten kann man besichtigen. Mit der Weinsorten-Anlage werden 10 alte Unterlags- Sorten hergezeigt, deren wirtschaftliche Bedeutung heute zwar nicht mehr im Vordergrund steht, die sich jedoch als Laubenwein und Direktträger gut eignen. Die Weintrauben stammen aus einer Zucht bei Kapfenstein.

Kinderpielplatz

Damit unsere Kleinen sich wohlfühlen gibt es einen kleinkindgerechten Erlebnisspielplatz, wo sich unsere Jüngsten aktiv mit der Natur beschäftigen können. Das Weidenhaus wurde von unseren Korbflechtern unter Leitung von Leopold Riedrich aus Nägelsdorf hergestellt.

Führungen

Der Garten steht den Besuchern gratis zur Verfügung. Er ist nicht nur Ruheraum, sondern auch Erlebnisraum und für Kinder geeignet. Ein eigener Erlebnis-Spielplatz und viel Raum zum Laufen kennzeichnen die Anlage. Eltern und Kinder können von hier aus zu Fuß oder mit dem Rad die Gemeinde erkunden. Radfahrer können sich hier zu einer Pause niederlassen und sich im Gastgarten laben. Das Restaurant versorgt seine Gäste mit ausgezeichneten regionalen Menüs aber auch mit extravaganten Genüssen. In der Kostbar kann man Spitzenprodukte aus dem Steirischen Vulkanland einkaufen.

Eine geführte Gartenrunde kann man um € 6,– die Stunde und Person erhalten. Obergrenze ist € 60,– für Gruppen. Über die Lebensart – Straden – Genussaktie ist die Führung sogar noch günstiger. Die Führung wird vom Verein L.E.i.V. durchgeführt. Das Geld kommt wiederum der Anlage zugute. Die Führungen finden das ganze Jahr über statt.