Slowenische Mur wird Biosphärengebiet

21. Oktober 2016
Der Zusammenfluss von Mur und Drau bei Legrad an der kroatisch-ungarischen Grenze

Der Zusammenfluss von Mur und Drau bei Legrad an der kroatisch-ungarischen Grenze

Nachdem Kroatien und Ungarn mit dem Biosphärengebiet Mur-Drau-Donau die längste Fliesswasserstrecke ohne Wehranlage in das UNESCO-System Biosphärenreservat eingebracht haben, hat auch Serbien und Slowenien einen Antrag an die UNESCO gestellt. Die slowenische Regierung hat dies diese Woche veranlaßt. Nun wird die Aufnahme geprüft. In Österreich, bzw. der Steiermark sind wir leider noch weit entfernt von diesem Prädikat. Der Plan war urspünglich die Mur bis ins Gebirge anzuschließen, damit wenigstens ein durchgehendes Gewässer zwischen Alpen und Schwarzen Meer existiert, wo alle Fische ungehindert wandern können. Dazu müßte jedoch auch die Sulm in diesen Verbund eingebunden werden. Das Mur-Stück bis Spielfeld ist noch frei von Verbauungen.

Das österreichische Murschutzkomitee wird sich weiterhin dafür einsetzen!

Amazonas Europas

15. Juli 2013

Unter diesem Namen findet man in Zukunft das Biospherenreservat Mur-Drau-Donau, welches nun in Legrad offiziell zwischen den beiden Staaten Ungarn und Kroatien errichtet wurde. Am Zusammenfluss von Mur und Drau hat sich ein besonders schöner Badestrand entwickelt, an dem jeden Tag hunderte Gäste aus den nahe gelegenen Städten Varazdin oder Koprivnica in Kroatien kommen. Nach dem letzten Stauwerk an der Drau bei Sveta Marija kann sich der Draufluss endlich frei bewegen und zeigt seine volle Schönheit inmitten eines breiten Auwaldgürtels. Am 14. Juli war der Fluss auch Schauplatz einer weltweiten Initiative des WWF, des Big Jump. An diesem Tag um 15:00 Uhr springen weltweit zahlreiche Aktivisten ins Wasser und zeigen damit ihre Verbundenheit zur Natur.

Der WWF-Kroatien hat zu diesem Anlass die Mitkämpfer für den Amazonas Europas eingeladen, um beim Big Jump dabei zu sein. Und auch Mitglieder des Murschutzkomitees sind gekommen, um mit den Freunden aus Kroatien und Ungarn zu feiern. Das mediale Interesse an der Aktion war enorm. Über 10 Sender haben die Veranstaltung übertragen, was sonst bei internationalen Sportveranstaltungen mittlerer Dimension üblich ist. Freilich ist auch der momentane Elan in Sachen Europa sehr groß und man beobachtet aufmerksam, was sich an der Front im Naturschutz tut. Ist das eine Chance auf neue Einkünfte für die ländliche Bevölkerung entlang dieser Flusslandschaft?

Ungarischer Staatsminister liest Blaukrah

Der ungarische Staatsminister Zoltan Illes meint dazu, dass es ihm sehr recht sei, nun in neue länderübergreifende Maßnahmen, wie zum Beispiel einem Mur-Drauradweg zu investieren. Es freute ihn, dass es bereits diesbezüglich Gespräche und Austausch zwischen den Regionen in Österreich und Ungarn gegeben hat. Er wird sich auch dafür einsetzen, dass österreichische und slowenische Politiker den Kurs Amazonas Europas mittragen werden und nicht in neue Flusskraftwerke investieren, ja er hat diesbezüglich schon mit Vertretern gesprochen. Den ganzen Beitrag lesen »

Vortrag von Damijan Denac über die Fortschritte beim 5-Staaten Biospherenpark Donau-Drau-Mur

18. Januar 2013

Die öffentliche Bibliothek von Murska Sobotha war der Veranstaltungsort für diese umfassende Darstellung des Gewässersystems von Mur, Drau und Donau des Präsidenten von DOPPS-BIRDLIFE Slowenien. Damijan Denac tritt gemeinsam mit einigen anderen Forschern in die Fußstapfen von Martin Schneider-Jacoby. Mit seinem Vortrag über die mögliche Entwicklung des Biospherenpark zeigt er aber auch gleichzeitig Defizite und mögliche Gefahren für den wertvollen Naturraum auf. Schon mehrmals habe ich über den 800.000 ha großen geplanten Biospherenpark geschrieben. Jeder, der sich näher mit der Materie auseinandersetzt, bekommt ein wenig Erfurcht vor der Größe des Projektes und Angst vor der möglichen fortsetzenden Zerstörung dieses einzigartigen Biotopverbundes zwischen Pannonien, Balkan und Alpen. Immer wieder werden neue Regulierungsmaßnahmen angedacht, Schotterbaggerungen durchgeführt, die dem Fluß seine Basis nehmen oder Flußkraftwerke geplant, welche alles Wandern im und am Fluss unterbinden und die Flusslandschaft auf 100 Kilometer Länge negativ beeinflussen. Die slowenischen Naturschützer wünschen sich Unterstützung in diesen Fragen vom österreichischen Staat. Doch hier hält man sich zurück, weil auf anderer Seite bilaterale Absprachen existieren, die den slowenischen Wasserkraftbetreibern Nichteinmischung gewährleisten und im Gegenzug dafür österreichischen Firmen Aufträge an den neuen Wasserkraftwerken. Den ganzen Beitrag lesen »

Mura-Drava-Danube Transboundary Biosphere Reserve

30. Oktober 2011

55 Vertreter von Behörden und Naturschutzorganisationen von 5 Staaten – Kroatien, Österreich, Serbien, Slowenien, Ungarn – trafen sich zu einem Koordinationsmeeting in Budapest. Es geht um die Verwirklichung eines Weltweit einzigartigen Schutzgebietes über 5 Staaten hinweg. Die Achse zwischen Balkan und Alpen soll entlang der Flüsse Donau, Drau und Mur auf einer Länge von über 700 Kilometer und einer Fläche von 800.000 Hektar zustande kommen. Das Instrument dazu ist das, von der UNESCO ins Leben gerufene Biospheren-System, welches sich rund um den Globus in zahlreichen Staaten seit den 70er Jahren etabliert hat. Das Biospherensystem nützt der Erhaltung der Artenvielfalt. In Österreich existieren zur Zeit 6 Gebiete:

(Quelle: www.unesco.org)

Nationalpark Nockberge und Lungau sollen der nächste Biospherenpark werden. In der Steirischen Naturschutzgesetzgebung sind Biospheren-Reservate bisher noch nicht vorgesehen. Ein Umstand, den es noch zu ändern gilt, wenn wir Teil haben und sein wollen an einem großartigen internationalen Entwicklungsprogramm. Die Biospheren-Richtlinien sehen eine Mindest-Kernzonengröße von 5 % des zu schützenden Gebietes vor. In Kernzonen (bei uns wohl nur der Fluss selbst) darf faktisch nichts mehr verändert werden – Hier regiert die Natur. Drum herum können jedoch Waldwirtschaft und Landwirtschaft in der bisherigen Weise durchaus weiter existieren. Eine Entwicklung in Richtung Nachhaltigkeit und Renaturierungsprojekte sind jedoch angestrebt. Als dritte Zone gibt es eine Kontaktzone, wo der Mensch das Ruder voll in der Hand hat. Hier sollen vor allem bildende Maßnahmen greifen und hier hat der Mensch auch den größten Vorteil aus dem Biospherenpark. Die internationale Anerkennung hebt das Gebiet über alle anderen Schutzgebiete hervor. Das angestrebte Ziel ist die Einbringung des Flusses und seines Umlandes ab dem Kraftwerk in Spielfeld. Auch einige Zubringer zur Mur sind im Plan eingebunden. Den ganzen Beitrag lesen »