Vulkanische Asche vom Eyiafjallajökull und vulkanischer Tuff in Kapfenstein

30. November 2011

Dr. Ingomar Fritz bei der Tuffausstellung im Gemeindeamt Kapfenstein

Die Ausstellung aus dem Fundus von Arthur Winkler – Hermaden und dem Landesmuseum Joanneum kann man im Gemeindeamt Kapfenstein besichtigen. Und nicht nur das. In Kapfenstein gibt es seit Jahren die größtmöglichen Bemühungen um Licht in die dunkle Vorzeit zu bringen. Mit dem Geotrail und dem Geologiemuseum in dem nun ja die Tuff-Ausstellung zu besichtigen ist, wurde ein Mittelpunkt im Vulkanland geschaffen, um den der Vulkanländer in Zukunft wohl nicht herumkommen wird können. Wer das Vulkanland nach außen repräsentieren möchte, sollte zumindest die Grundzüge der historischen und geologischen Entwicklung des Vulkanlandes kennen. Aufbereitet wurde die Ausstellung vom Museumsverein unter Hilfestellung von Geologe Dr. Ingomar Fritz, der hier in die Fußstapfen von Arthur Winkler-Hermaden tritt, einem der bekanntesten Vulkanländer der Geschichte. Dr. Ingomar Fritz arbeitet für das Landesmuseum Joanneum und ist der Kenner der Geologie des Steirischen Beckens. Hierzu hat er auch seit Beginn  der 90er Jahre Forschungsarbeiten veröffentlicht und sich vor allem der Schülerfortbildung gewidmet. In seinem Vortrag begibt er sich auf die Insel „Island“. Dort am Atlantischen Rücken passiert tagtäglich das, was es hier in der Südoststeiermark vor ca. 2-3 Mio Jahren gab. Es ist faszinierend zuzusehen, wie Geologie geschieht. Im konkreten Fall erleben die Isländer einen Ausbruch des Eyiafjallajökull, des Gletscherberges, dessen Namen schon schwer zu schreiben, geschweige denn auszusprechen ist. Trotz zahlreicher Erwähnung gelingt es nicht, dieses Wort zu merken. Nun, der Berg schleuderte am 14. April 2010 so viel Asche in die Atmosphäre, dass auf der Nordhalbkugel sogar der Flugverkehr für Wochen zum Erliegen kommt. Solche Eruptionen hat es bei uns zuletzt vor 1,7 Mio Jahren gegeben und sie waren sogar noch viel größer. Der Tuff, der nach dem Zusammentreffen von Grundwasser und Magma durch heftige Explosionen und anschließendes Sedimentieren entsteht, ist hier in Österreich einzigartig. Die dabei entstehenden Vulkane sprengten sich nach unten und wuchsen nicht etwa kegelförmig in die Höhe, wie noch der ca. 17 Mio Jahre alte Südoststeirische Schildvulkan mit seiner 30 km breiten Ausdehnung. Übrig bleibt nach 2 Mio Jahren Erosion die Vulkanschlote, wie man es am Riegersburger Burgfelsen oder dem Kapfensteiner Kogel heute noch gut erkennen kann. Basaltbomben wurden aus den Schloten geschleudert und zeigen heute den Ort der Eruption an. So fand man an die 40 Vulkane im Vulkanland. Die versteinerten Tuffe aus dem Umfeld der Vulkane wurden als Baumaterial verwendet, weil sie ein leichter zu bearbeitendes Gestein darstellen, als die kompakten Basalte.

In seiner begeisternden Art konnte Dr. Ingomar Fritz die zahlreich erschienenen Besucher in seinen Bann ziehen.

Den ganzen Beitrag lesen »