Auf der Suche nach dem Eremiten

16. Juli 2018

Beinahe in jedem hohlen Baum leben Rosenkäfer-Larven

Ganz spezielle Bedürfnisse hat er, der Eremit – Osmoderma eremita. Er lebt Jahre lang gut versteckt als Larve im Inneren von Bäumen. Dort, tief im Mulm vergraben, ernährt er sich von speziellen Pilzen, die im Holz wachsen. Seinen Lebensraum teilt er sich mit anderen Höhlenbewohnern, oft mit verwandten Arten, wie den Kupfer-Rosenkäfer, oder dem Großen Rosenkäfer. Nach Abschluss der Entwicklung der Eremiten-Larve, im Hochsommer verpuppt sie sich und wird zum Käfer. Dieser ist beinahe flugunfähig, oder will zumeist nicht weit fliegen. Deshalb sind andere Käferbäume in der Nähe sehr willkommen. Nur kurz ist das Käferleben, nur zur Paarung und zur Eiablage gedacht. Den ganzen Beitrag lesen »

Der Eremit im Lainzer Tiergarten

11. April 2016
Hannes Luttenberger erklärt die Lebensgewohnheiten des Eremiten

Hannes Luttenberger erklärt die Lebensgewohnheiten des Eremiten

Hannes Luttenberger war so frei und führte Bernd Wieser und Hans Kern vom Blaurackenverein durch die Anlagen des Lainzer Tiergartens. Der Besuch war schon länger ausgemacht und längst fällig, was die Südsteirer betrifft. Wer sich mit den Lebewesen im Holz befasst, den führt kein Weg am Lainzer Tiergarten vorbei. Hier gibt es die meisten Holzinsektenarten in Österreich auf engstem Raum und auch die seltensten. Unter anderem lebt der Eremit oder Juchtenkäfer im Mulm von verschiedenen Laubholzbäumen, aber auch der Alpenbock und der Eichenbock oder Heldbock genannt sind hier häufig anzutreffen. Uns werden die Rückstände der Eremiten Mahlzeit gezeigt. Im Bereich der Wege mußte eine alte Eiche umgeschnitten werden. Der Mulm darf nicht zu feucht werden. Also wurde ein Halbstamm über die Eremitenwohnung gelegt. Eremiten leben auch in schlankeren Bäumen. Schon mit 40 cm Durchmesser könnte ein Apfelbaum eine Population beherrbergen. Bis zu 50 Stück leben hier in der Eiche zusammen.

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Hannes Luttenberger ist Forstwirt und leitet die Arbeiten im Park. Er kommt aus Fehring und lebt schon seit einigen Jahren im Tierpark. Sein Hauptanliegen ist die Erhaltung des 50 %igen Anteils des Eichenwaldes im Park. Dieser würde durch die natürliche Sukkzession von Buche und Hainbuche verdrängt werden. Aber schon durch geringe Eingriffe kann man dem vorbeugen. Wichtig ist das Licht, das die im Jugendstadium befindlichen Bäume zunehmend benötigen. Im Schatten anderer Laubbäume haben die Eichen keine Chance. Im Plenterschlag werden einzelne Bäume entnommen und W-O-Schneisen werden Buchenfrei gemacht. Dann stehen der Verjüngung des Waldes nur noch die Wildschweine und Rehe entgegen. Dort, wo es nicht anders geht, wurden die Waldbestände eingezäunt. Die Maßnahme ist jedoch äußert teuer und unwirtschaftlich. Durch Bejagung werden nun die Bestände der Wildschweine deutlich reduziert. Auf einem nur 2500 ha großen Areal leben derzeit noch 450 Wildsauen (ohne die Frischlinge). Das Malleur sieht man schon von weitem. Keine Wiese mehr, die nicht umgegraben wurde, keine seltenen Pflanzen mehr, kein Unterwuchs, keine Pilze in den Wäldern. Doch das ändert sich nun Schrittweise. Der Bestand soll nun auf 100 gesenkt werden.

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Der Tierpark gehört der Stadt Wien. An die 80 Angestellte und Arbeiter werden hier beschäftigt. Von der Hermesvilla aus koordiniert Hannes die Leute und die Arbeitseinteilungen. Die Villa wird ebenfalls gerade um 1,5 Mio Euro renoviert. Der komplizierte Dachstuhl mußte erneuert werden und einige Fassaden brauchten einen neuen Anstrich. Doch der Einsatz zahlt sich aus. Schon früh hat die Stadt erkannt, dass der Tiergarten dem Wohl der Bevölkerung dienen soll und nun bietet er 600.000 Menschen im Jahr einen Raum zum Flanieren. Es muß kein Eintritt gezahlt werden, doch in den Wintermonaten, während der Waldarbeiten ist das 2000 ha große Kerngebiet gesperrt. Hunde dürfen nicht hinein in den Park. Schon am Eingang in der Hermesstraße weiden die Urochsen. Seit den 60er Jahren sind sie hier. Sie leben fast ganz wild, sind ständig draußen und Leutscheu. Man könnte diese Tiere jederzeit auswildern – man könnte – könnte man sie einfangen und hinaus bringen… Der Lainzer Tiergarten hat eine Fläche von 2450 ha mit den Wäldern außerhalb sogar über 4000 ha. Er geht bis in eine Höhe von über 500 m. Das Klima ist relativ kühl hier. Es regnen hier die Westwetter ab, bevor sie in die Pusta weiterziehen. Dort gibt es nur noch trockenes Land. Den ganzen Beitrag lesen »