Seltene Streuobstsorten für die Region

23. März 2019

Einige Abnehmer der seltenen Streuobstbäume mit dem LEiV-Team

Das vom Europäischen Landwirtschafts-Fond und der Naturschutzabteilung vom Land Steiermark geförderte Streuobstprojekt für die regionalen Europaschutzgebietsgemeinden findet ein großes Echo in der Bevölkerung. Es ist uns gelungen, in nur wenigen Tagen mehr als 50 Abnehmer für die erste Tranche an seltenen hochstämmigen Streuobst-Apfelsorten mit Sämlingsunterlagen zu begeistern. Den ganzen Beitrag lesen »

Einen Tag als Schutzgebietsbetreuer unterwegs

21. Mai 2014
Hangrutschung in der Klausen

Hangrutschung in der Klausen

Morgens acht Uhr. Email-Kontrolle. Anfrage aus Graz, ob unsere Exkursion am Freitag wie besprochen durchgeführt werden kann. Durch die Klause besteht laut Radio Fahrverbot. Außerdem Gratulationen zum Naturführer Vulkanland von der pilzepilze-Gruppe aus Deutschland und einen Korrekturhinweis eines Experten. Email weitergeleitet an Experten aus den eigenen Reihen. Dann ins Auto und los. Zuerst die Fahrt über die Wasserscheide nach Gleichenberg und vom Burgkogel hinunter in die Klausen. Es kommen Autos entgegen. Die Klausen ist befahrbar, aber die Aufräumarbeiten nach den Unwetter der vergangenen Tage noch im Gange. Ein Bagger steht am Hang wie angenagelt. Telefonat mit Isabella – Klause ist befahrbar. Der erste Exkursionspunkt für Freitag ist anlaufbar. Weiter nach Dirnbach. Den ganzen Beitrag lesen »

Besuch aus Katalonien

11. August 2013

 

V.l. n. r. Michael Tiefenbach, Ferran Gonzàlez-Prat, Anna Folch, Alois Absenger

Aus der spanischen Region Katalonien kam das Forscherpaar Anna Folch und Ferran Gonzàlez-Prat, die sich dort im Hinterland von Barcelona um den Schutz und die Erforschung der westlichen Blaurackenbestände kümmern. 3 Tage lang wurden die Schutzeinrichtungen und die Besonderheiten des Europaschutzgebietes rund um Straden, Bad Gleichenberg und Kapfenstein erkundet, Informationen mit Michael Tiefenbach und Bernard Wieser ausgetauscht und ein Gegenbesuch vereinbart. In Katalonien gibt es ca. 150 Brutpaare, deren Schutz noch nicht optimal läuft. Vor allem die Nistkastentechnik und der Komfort im Innenbereich beeindruckte die Spanier. So lasse sich natürlich die Produktivität unter den Blauracken steigern. Katalonische Blauracken brüten z. B.: in Mandelbäumen, Eichen und Pappeln. Die Probleme mit natürlichen Feinden seien hier wie dort die selben. Die natürlichen Höhlen sind oft sehr schmal und kleinräumig. Das Brutgebiet in Katalonien liegt auf bis zu 600 m Seehöhe. Die Bruten fangen im Vergleich zu unseren später an und sind auch später fertig. Besenderte Blauracken lieferten Aufschlüsse über die Zugrouten der nordostspanischen und zentralspanischen Bestände. Leider überlebten 4 von 5 Blauracken den Zug nicht. Entlang afrikanischer Küstenlandschaften kommt es zu hohem Blutzoll. Die Armut in den Ländern ist da sicher nicht förderlich. Die Bewirtschaftungsmaßnahmen  auf den Blaurackenwiesen, die Alois Absenger für den Verein durchführt,  fanden die Forscher ebenso interessant. Mit Streifenmahten, Altgrasbeständen und Ansitzstangen sei es auf einer kleiner Fläche möglich, vielen Blauracken Nahrung und Schutz zu verschaffen. Nach dem Besuch in der Südoststeiermark reisten die Spanier auf Empfehlung weiter zum Nationalpark Neusiedlersee und anschließend ins Gesäuse. Den ganzen Beitrag lesen »

Neonicotinoide – Nein danke!!!!

16. Mai 2013

 

Nachdem heute abend der Bericht über die bedrohlichen Beizmittel und ihrer gefährlichen Verwandtschaft am Schauplatz hoffentlich den Rest der Welt aufgeweckt haben, fallen mir dazu noch einige historischen Fakten ein. Im April 2005 fanden im Brutgebiet der Blauracke in Dirnbach erste Freilandversuche statt. Zufällig kam ich hinzu und beobachtete, was dort geschah. Ich fragte die Experten, die ein Versuchsfeld mit den gebeizten Maissaatgut  anlegten, was das sei? Man versicherte mir, dass besagtes Beizmittel völlig ungefährlich sei, was ich natürlich nicht glauben konnte. Also habe ich mit dem Herrn Klug von der Landeskammer telephoniert, der mir versicherte, dass es hier keine Probleme mit Insekten gäbe und wenn ich wollte, könne ich das auch schriftlich haben. Das habe ich natürlich sofort verlangt. Doch leider wurde diesem Verlangen nicht nachgekommen. Also habe ich bei der AGES in Wien angerufen und dort nachgefragt, ob diese Beizmittel für Blauracken ungefährlich seien. Natürlich versicherte man mir auch dort die völlige Harmoligkeit des produktes. Ich habe ebenfalls eine schriftliche Bestätigung angefordert, was mir zwar ebenfalls zugesagt wurde, aber bis heute nicht erfolgt ist. 2006 war dann das letzte gute Blaurackenjahr. Ab 2007 sind die Bestände dramatisch eingebrochen. Bis 2012 auf ein 10tel des Bestandes. Natürlich sind Blauracken die Spitze der Nahrungskette. Doch auch sie fressen am Acker Käfer und deren Larven. Auch wenn der kleine Maiswurzelbohrer momentan noch nicht zur vorzüglichen Speise der Blauracke zählt, sind doch andere Arten, wie Laufkäfer oder Maulwurfsgrillen am Plan und diese leben auch im Acker. Vor drei Jahren begann man dann mit dem Spritzen der Weinberge in Klöch und Tieschen gegen die aufkommende Rebzikade, in einem weiteren sehr wichtigen Teil des Europaschutzgebietes. Wieder habe ich meine Bedenken dagegen bei Kammer und Naturschutzabteilung geäußert. Es gäbe auch andere Möglichkeiten. Doch diese werden in der konventionellen LW einfach ignoriert. Man fühlt sich in diesen Fragen immer überfordert. Gesunder Menschenverstand ist leider auch nicht überall vorhanden. Aber Panikmache, wie in den diversen landwirtschaftlichen Zeitungen, die nicht unwesentliche Mittel aus der Pharmabranche erhalten.

Nicht nur die Honigbienen trifft das Gift, das leider auch in den meisten Gartenanlagen verwendet wird, sondern auch Ameisen, Hummeln und viele andere auf unseren Wiesen heimische Insektenarten. Seit 1997 untersuchen wir die heimische Insektenfauna und müssen leider immer mehr feststellen, dass zahlreiche Arten immer seltener werden. Mit den Insekten verschwinden auch einige Pflanzenarten. Doch das alles läuft für den Durchschnittsbürger normalerweise unbemerkt ab. Doch heuer wurde vielen bewußt, dass keine Bienen mehr fliegen. Wo früher die Obstbäume voll waren, ist heute nichts mehr zu hören.