Nistkastenwartung

2. Februar 2017

Wenn es noch kalt ist und der Boden gefroren, dürfen wir mit dem großen Lader ins Gelände fahren ohne Flurschaden zu verursachen. Mit dem Teleskoplader erreichen wir die Nistkästen in 6 bis 7 Metern Höhe, entfernen das überschüssige Nistmaterial und stellen die Halterung am Baum sicher. Gleichzeitig notieren wir den Inhalt der Kästen. Da gibt es oft Überraschungen mit eingenisteten Säugetieren, die die kalte Zeit in den Nistkästen überdauern. Durch den Frost im letzten Jahr gab es heuer weniger Starbruten in den Kästen als gewöhnlich. Da dürften einige Bruten ausgefallen sein. Dafür waren mehr Meisen Nester vorhanden.

Die Holzbetonkästen werden gerne vom Kleiber angenommen und der Eingang mit Lehm verpickt. Auch die Hornissen und Bienen waren diesmal nicht so häufig in den Kästen. Nur dreimal haben wir Waben gefunden. Dafür gab es in einem Nest wieder Honig. Ein Eichkätzchen haben wir ebenfalls in einem Kasten angetroffen. Alois Absenger, Christof Haas und Hans Kaufmann halfen bei der Aktion mit. Es war bereits der 2. Durchgang. Der 3. folgt noch.

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Die westliche Population der Blauracken

18. April 2014
Tom Finch - the near threatened European Roller

Tom Finch – the near threatened European Roller

Interessante Vorträge hörte man auch über die westlichen Brutgebiete der Blauracken in Spanien, Portugal, Frankreich bzw. in den Nordwestlichen afrikanischen Staaten Marokko und Algerien. Die westliche Population, die ursprünglich wohl auch die deutschen Verbreitungsgebiete befüllte, erfuhr zuerst einen markanten Rückgang auf ca. 10 % ihres ursprünglichen Bestandes bevor eine Stabilisierung eintrat. Schon sehr früh begann man in Spanien und Frankreich mit Nisthilfen, die auch angenommen wurden. Bérenger Remy (ca. 1200 BP). Timothee Schwartz aus Frankreich: Untersuchungen zeigen aber, dass in Gebieten, in denen schon sehr lange mit Nisthilfen gearbeitet wird, wieder ein nicht unwesentlicher Teil der Vögel in Naturhöhlen wechseln. Tom Finch aus Großbrittanien (Nähe London) zeigt Untersuchungen über die Migration (Wanderbewegung) die mit Besenderung in den letzten Jahren durchgeführt wurde. Leider sind die Sender zu schwer und so kamen nur sehr wenige Vögel zurück. Trotzdem fand man heraus in welchen Gebieten sich die Vögel in Afrika aufhalten. Ein weitere Untersuchung zeigt die unterschiedliche Habitatnutzung der westlichen und östlichen Blaurackenpopulation in Afrika in trockenen oder feuchten Regionen. Dort gewachsene Federn wurden auf Isotope untersucht. Tom Finch spricht auch über die Gefährdung der Blauracke und ihre derzeitige Einstufung NT (Vorwarnstufe) im gesamten Brutgebiet. Außerdem referiert er über den Rückgang der Farmlandvögel (Kulturlandschaftsbewohner). Diese haben seit den 80er Jahren über 50% der Bestände verloren. Den ganzen Beitrag lesen »

Int. Best Practice Workshop Warsaw – Blaurackensituation in Europa und Weltbestand

12. April 2014

International Species Action Plan for European Roller

International Species Action Plan for European Roller


In den Zentren Ungarn, Serbien, Rumänien und Bulgarien mangelt es an Nistplätzen

In den Zentren Ungarn, Serbien, Rumänien und Bulgarien mangelt es an Nistplätzen

Belá Tokody aus Szeged in Ungarn präsentierte den internationalen Species Action Plan für die Blauracke (Coracias garrulus, European Roller). Kurz erinnerte er an das Treffen der Blaurackenexperten in Ungarn 2008. Diese Runde wird  im Jahr 2018 eine Überprüfung der Bestandsituation liefern. Aufgrund des dramatischen Rückganges im Norden des Verbreitungsgebietes und der Vorstellung des Life-Projektes für Blauracken in Ungarn, Serbien und Rumänien wurde jedoch schon jetzt ein weiterer Zwischenbericht notwendig. Mittlerweile haben nämlich auch noch die Slowakai und Estland ihren Brutbestand verloren und in einigen Ländern ist die Situation äußerst kritisch. Als Gründe nennt er unter anderem den Rückgang von extensiven Grünland, die Übernutzung der Wälder und den Verlust von Nistplätzen. Genau hier müsse man angreifen und dagegenarbeiten. Derzeit wird ein Weltbestand von 55 – 117.000 Brutpaaren angenommen, wobei dieser vor allem im asiatischen Raum konstant bleibt. Viel zu lange habe man die Bestände in Osteuropa überschätzt. Inzwischen mußte man feststellen, dass der europäische Anteil nur noch zwischen 13 – 25.000 Brutpaaren liegt, wobei man den unbekannten russischen Bestand fast die Hälfte einräumt. Das erklärte Ziel der EU ist es, einen Bestand von mindestens 10.000 Brutpaaren zu erhalten. Den ganzen Beitrag lesen »