Maiausflug nach Örsegi – Westungarn

2. Mai 2013

Verträumt und zurückgelassen stellt sich das Nationalparkgebiet Örsegi dem Besucher  (Foto J. Plaschg – Steirische Landesbahn) dar. Kein Wunder, nach dem Yugoslawien-Ungarn-Konflikt 1977 wurde dieser Teil Ungarns mit seinen slowenischen Minderheiten völlig vom Rest des Landes abgetrennt. Kein Hinein und kein Hinaus gab es. Einen zweiten eisernen Vorhang. Das merkt man heute im positiven und negativen Sinn. Nach der Öffnung ist die Jugend schlagartig abgewandert, sodass heute nur noch ein Viertel der ursprünglichen Einwohner da sind. Auf 80.000 ha Nationalparkgebiet gibt es noch 1000 Slowenen und einige gemischsprachige Einwohner. Das Wort Vendvidék ist hier ein Wort für Windisch. Was in Österreich (Kärnten, Steiermark, Burgenland) ein Schimpfwort war, ist für diese Menschen hier aber Lebensinhalt. Die Isolation hat aber auch ein zweites. Die natürlichen Gegenbenheiten einer traditionellen Kulturlandschaft sind zumindest im Kerngebiet Ketvölgy, Apátistvánfalva, Orfalu und Mariaujfalu samt Biodiversität noch da. Und so gibt es einen Vergleich zu den heute benachbarten burgenländischen, slowenischen, ungarischen und steirischen Hügelland-Lebensräumen. Eines fällt sofort ins Auge. Der Maschinenbestand ist faktisch nicht vorhanden. Viele bearbeiten ihre Äcker noch händisch. Auch der Düngeeinsatz ist eher am untersten Limit. Kein Geld dafür steht zur Verfügung. Dafür sieht man weithin Orchideenwiesen, Streuobstbestände und Fruchtwechselacker mit geringen Größen. Den ganzen Beitrag lesen »