Die Woazlin-Flechterinnen von Mala-Polana

15. Januar 2018

Die Kunst des Flechtens ist in Mala Polana Grundlage für ein Beschäftigungsprojekt von Langzeitarbeitslosen geworden. In der wirtschaftlich gerüttelten Region haben nach dem Zusammenbruch der kommunistischen Ideologie über 6000 Frauen aus der Textilindustrie ihren Job verloren. Noch heute gibt es zu wenig Beschäftigung und daher zahlreiche Versuche, die Frauen in der Region zu halten. Denn ohne Frauen stirbt das Land. Ein sehr erfolgreiches Projekt ist inzwischen das Flechten von Mais-Lieschen zu Körben, Hausschuhen, Krippenfiguren und zahlreichen anderen Kleinkunstgegenständen geworden.

Auf 3-5 ha wird eine alte Maissorte angebaut, die sich zu diesem Zweck eignet. Davon leben einige Bauern sehr gut. Sie ernten und verkaufen die geschälten Maiskolben und die Lieschen. Ein Kilo Lieschen kostet im Ankauf € 18,-. Von den geernteten Maiskolben können nur die mittleren Körner zum weiteren Anbau genommen werden. Die Ernte erfolgt schon im September, wenn der Mais noch feucht ist. Die Lieschen werden behandelt um Keime abzutöten. Erst dann werden sie verarbeitet. Es werden Schnüre geflochten, die auf Modeln aufgezogen werden und anschließend werden die Lieschenblätter eingeflochten.

Über 30 Verkaufsstellen in Slowenien verkaufen die Produkte aus dieser Manufaktur. Es werden auch Möbel damit bespannt, ja viele Einrichtungsgegenstände können mit Woazlin-Flechtereien erzeugt werden. Leider kann man den Arbeitspreis nicht auf die Produkte aufrechnen, dann wären sie wohl unverkäuflich. Doch immerhin rechnet sich so ein Teil der Arbitskosten und der Rest wird über die Eingliederungsmaßanhmen kofinanziert. Die Frauen arbeiten mit Freude daran jeden Tag 6-8 Stunden. Zusätzlich können Kurse abgehalten werden, wo man diese Flechtkunst erlernen kann. Das Material wird zur Verfügung gestellt.

Profitieren kann auch ein altes Bauernhaus, das zu diesem Zweck restauriert wurde. Die Stainzer Korbflechter möchten nun auch dieses Handwerk erlernen. Zu diesem Zweck haben Obmann Karl Lenz, Raimund Prassl und Gf Bernd Wieser den Flechterinnen einen Besuch abgestattet und von der leiterin Mojca Makovec Holozan eine Einführung erhalten und Material zum Flechten erworben.

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