Fledermäuse

22. Juni 2013

Der Besuch bei dem Haus in Bairisch Kölldorf war angekündigt. Die Hausbesitzerin öffnet uns und ist etwas überrascht, weil wir schon so schnell da sind. „Ja, wir haben Fledermäuse. Sie hängen da irgendwo unter dem Dach zwischen den Brettern und verschmutzen uns die Fensterbänke.“ Wo genau? „Da auf der Südseite, aber auch ab und zu auf der Nordseite. Dort aber weniger.“ Wir sehen nach und finden die Pellets der Fledermäuse. Es ist eine kleine Art, die sich da eingenistet hat. Wir schauen genau, das heißt, Primoz unser Spezialist. Nein, die hängen nicht unter den Brettern sondern dort unter dem Giebel zwischen den Balken und den Dachbrettern. Ich habe sie aber dort fliegen gesehen, sagt die Hausbesitzerin. Ich mag sie ja, die kleinen Fledermäuse. Sie fressen die Gelsen und das ganze Ungeziefer. Ich schaue ihnen gerne zu. Aber gerade dort am Fensterbankerl, wo ich jeden Tag hinschaue. Das kann ich täglich putzen. Wir schlagen vor, bei den Brettern einen Schutz anzubringen, der wie eine Sprungschanze die Pellets (Kot) der Fledermäuse vom Fenster abhält und direkt auf den boden fallen läßt. Primoz meint, dass es sich um zwei Arten handelt. Die kleinen Pellets deuten auf Zwergfledermäuse. Welche Art genau kann er so noch nicht sagen. Er untersucht den Rückstnad. Dieser ist sehr trocken und beinhaltet glänzenden Flügelreste von Käfern. Primoz zerreibt ihn zwischen seinen Fingern und erklärt die Fressgewohnheiten dieser Tiere.

In Klöch haben wir mit der Pfarrverwaltung ein Treffen ausgemacht. Die Haushälterin, Frau Laller sperrt uns auf. Wir gehen in den Dachstuhl, um die dort anwesende Wochenstube von Großen Mausohren zu besuchen. Über 2000 Tiere befinden sich da und Primoz wird sie zählen. Wir dürfen als Zaungäste dabei sein. Es ist beeindruckend. Die Fledermäuse hängen bis zum Boden, weil es so heiß ist. Ein großer Fleck am Boden zeigt die Stelle, wo die Fledermäuse hinmachen. Jedes Jahr putzen wir über 300 Kilo Guano aus dem Dachboden. Wir, das sind die Mitglieder der Berg- und Naturwacht Radkersburg-Umgebung. Wir wollen nicht länger stören und lassen Primoz seinen Job tun. Anschließend putze ich die Stiege, damit es keine schlechten Nachreden gibt und wir gehen zum Domittner um etwas zu essen. Es ist erst 20:00 Uhr und bis die Fledermäuse ausfliegen, dauert es noch 1,5 Stunden. Wir geniesen die Kulinarik in Klöch und gehen gleich darauf wieder zurück zum Pfarrhof. Dort sehen wir schon die ersten Fledermäuse aus der runden Öffnung herausfliegen. Ein Teil fliegt in den Wald oberhalb der Kirche, der andere fliegt Richtung Rotlehmboden und Steinriegelwald. Wir stellen uns in die Flugrichtung und spüren, wie sie an uns vorbei zischen. Primoz hält einen Bat-Detektor bereit. Bei jeder Fledermaus hören wir die Ultraschallgeräusche der Echoortung.

Von den Eindrücken geprägt, beenden wir den Lehrgang für die grünen Gemeinderäte. Ja, zwischendurch waren wir noch bei einigen interessanten Stellen, um Maßnahmen gegen invasive Pflanzen und die Teile des Naturschaugartens zu begutachten oder die Blauracke zu sehen. Aber die Fledermäuse in Klöch haben schon was Spezielles. Der Blaurackenverein kümmert sich hier um all diese speziellen Dinge. Den ganzen Beitrag lesen »