Blauracken in Italien

13. April 2014
Davide de Rosa - Neapel, Italien

Davide de Rosa – Neapel, Italien

Davide de Rosa, Ornithologe aus Neapel, berichtet vom derzeitigen Stand der Blauracken in Italien. Ca. 250 Brutpaare werden im gesamten Staatsgebiet vermutet. Die Zahlen sind relativ sicher, gibt es doch zahlreiche Vogelbeobachter mittlerweile auch in diesem Staat der EU. Zum Unterschied zur östlichen Poppulation brüten die Blauracken (Ghiandaia marina) Italiens großteils in Ruinen. Deshalb haben Nistkästenaktionen in der Vergangenheit auch nicht viel gebracht. Die Blauracken kommen Anfang April über Tunesien und die Mittelmeerinseln nach Italien. Innerhalb der EU und damit auch innerhalb von Italien ist die Jagd auf die Vögel mittlerweile stark zurückgegangen. Der Handel mit erlegten Singvögel ist jedoch nach wie vor ein großes Thema. So weichen die Jäger auf den Afrikanischen Kontinent aus und erlegen dort ihre Beute, oder sie jagen in den Nicht-EU-Mitgliedsstaaten des Balkan. Vermutlich gelangen die Blauracken auch über die Adria von Italien nach Montenegro oder Kroatien. Bruten in verlassenen Gebäuden lassen sich dort auch nachweisen. Viel Vorkommen decken sich in Italien nicht mit den NATURA2000 Gebieten. Den ganzen Beitrag lesen »

Int. Best Practice Workshop Warsaw – Blaurackensituation in Europa und Weltbestand

12. April 2014

International Species Action Plan for European Roller

International Species Action Plan for European Roller


In den Zentren Ungarn, Serbien, Rumänien und Bulgarien mangelt es an Nistplätzen

In den Zentren Ungarn, Serbien, Rumänien und Bulgarien mangelt es an Nistplätzen

Belá Tokody aus Szeged in Ungarn präsentierte den internationalen Species Action Plan für die Blauracke (Coracias garrulus, European Roller). Kurz erinnerte er an das Treffen der Blaurackenexperten in Ungarn 2008. Diese Runde wird  im Jahr 2018 eine Überprüfung der Bestandsituation liefern. Aufgrund des dramatischen Rückganges im Norden des Verbreitungsgebietes und der Vorstellung des Life-Projektes für Blauracken in Ungarn, Serbien und Rumänien wurde jedoch schon jetzt ein weiterer Zwischenbericht notwendig. Mittlerweile haben nämlich auch noch die Slowakai und Estland ihren Brutbestand verloren und in einigen Ländern ist die Situation äußerst kritisch. Als Gründe nennt er unter anderem den Rückgang von extensiven Grünland, die Übernutzung der Wälder und den Verlust von Nistplätzen. Genau hier müsse man angreifen und dagegenarbeiten. Derzeit wird ein Weltbestand von 55 – 117.000 Brutpaaren angenommen, wobei dieser vor allem im asiatischen Raum konstant bleibt. Viel zu lange habe man die Bestände in Osteuropa überschätzt. Inzwischen mußte man feststellen, dass der europäische Anteil nur noch zwischen 13 – 25.000 Brutpaaren liegt, wobei man den unbekannten russischen Bestand fast die Hälfte einräumt. Das erklärte Ziel der EU ist es, einen Bestand von mindestens 10.000 Brutpaaren zu erhalten. Den ganzen Beitrag lesen »