Entmistelung

27. Februar 2016

VortragDSC_7508

Viele Streuobstgärten werden schon seit Jahren nicht mehr gepflegt. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis sich die Misteln auf den Ästen breit machen. Die Mistel hat eine raffinierte Verbreitungsstrategie. Sie produziert weiße Beeren, die von Zugvögeln, meistens Drosseln während der Winter- und Frühjahrsmonate gefressen werden und über deren Kot wieder auf einen anderen Astplatz gelangen. Der Kot enthält den Samen mit einer klebrigen Hülle und dient gleichzeitig der Erstdüngung des Keimlings. Der Keimling haftet mit einer Scheibe am Ast und schickte eine Wurzel in die Wasserleitbahnen des Baumes, die in Richtung Stamm wächst. Dieses sogenannte Haustorium kann viele Zentimeter lang sein und zapft schließlich die Wasserleitbahnen an, um der Mistel Wasser und Minaralsalze zu sichern. Es nützt also nichts, wenn man nur die Mistel entfernt ohne die parasitische Wurzel. Die Mistel betreibt selbst Fotosynthese und ist daher grün. Neben der gefürchteten Laubholzmistel, die auch auf vielen anderen Baumarten vorkommt, gibt es auch die Kiefern- und die Tannenmistel. Eine weitschichtig verwandte Art bei uns ist noch die Eichen-Riemenmistel, deren Beeren gelb sind. Das die Misteln in einem Bestand auch nach der Pflege immer wieder auftauchen, liegt an ihrem versteckten Lebensstil. Sie können einige Jahre unentdeckt unter der Rinde schlafen, bis sie plötzlich wieder austreiben. Den ganzen Beitrag lesen »