Kirchberg/Raab – Waldrodung im Amphibienwald

2. März 2014
Aus für die Knoblauchkröte in Kirchberg/Raab

Aus für die Knoblauchkröte in Kirchberg/Raab

In Schönberg stand einst ein Naturwald auf einer Schotterlinse. Dort hatten sich große Teile der 20000 Alt-Amphibien der Kirchberger Teiche zur Überwinterung vergraben. Unter anderem auch die sonst in der Steiermark beinahe ausgestorbenen Knoblauchkröten. 1998 begann die Amphibienschutzaktion auf der Petersdorfer Landesstraße. Ehrenamtlich und mit Hilfe der Hauptschüler aus Kirchberg wurden die Zäune über die letzten 15 Jahre betreut, Bastände festgestellt und die Daten an die Bezirkshauptmannschaft, Landesstraßenverwaltung und Naturschutzabteilung weitergeleitet. Spring- und Grasfrösche, Wasserfrösche, Laubfrösche, Teich-, Berg- und Kammmolche, Erdkröten und Knoblauchkröten konnten hier in Massen angetroffen werden. Die artenreichste und eine der individuenreichste Stelle in der Steiermark. Nun da alles bekannt war, hoffte man baldigst auf eine fixe Amphibienschutzeinrichtung bei der Straße nach Petersdorf II. Zusätzlich wurde mit ÖPUL-Geld die Ackerfläche zwischen Wald und Kirchberger Teichen in eine Wechselwiese umgewandelt. Der Teichwirt und die Landwirtin waren überzeugt von der Wichtigkeit dieser Wanderstrecke auch für den Bezirk Feldbach. Als Schulprojekt wurde ein Lehrpfad um einen der Teiche errichtet, wo auch die Amphibien eine große Rolle spielten. Doch dann geschah etwas Unvorhergesehenes. Im Jahr 2001 wurde der Wald Opfer eines Windwurfes. Eine Wiederaufforstung war schwierig aufgrund des nassen Waldbodens. Schließlich verkaufte der Waldbesitzer seinen Waldgrund. Der neue Beistzer suchte bei der Bezirkshauptmannschaft um Rodung des Waldes (5 ha) an. Erst spät erfuhren wir Amphibienschützer von diesem Rodungsantrag. Sofort ging ein schriftlicher Brief zur Bezirkshauptmannschaft und zur Landesnaturschutzbehörde, dass es sich um einen der wichtigsten Naturschätze des Bezirkes handelte. Der Brief wurde nicht ernst genommen. Eine Berufungsfrist verstrich und der Rodung wurde stattgegeben. Was folgte sieht man heute. Die 5 ha Wald sind weg. Der Amphibienbestand wird heuer untersucht. Es wird vielleicht noch ein Jahr gut aussehen, aber für das nächste Jahr erwarten wir uns einen eklatanten Rückgang der Bestände. Für die seltene Knoblauchkröte befürchten wir das Aus! Den ganzen Beitrag lesen »