Neophytenaktion – Pflanzen nicht aus unserer Welt

17. Juni 2013

Aufkommende Neophyten am Rande einer Mulchstätte – Rasenschnitt

Jetzt schon sollte man den Neophyten zu Leibe rücken. Gesagt, getan. Gerade neue Strukturen im Gelände sind mit dem Aufkommen von Neophyteninseln verbunden. Meist sind Baumaschinen die Ursache, die die Samen oder Erde transportieren. Mangelnde Hygiene also? Schon lange fordern wir im Naturschutz, dass Maschinen, die in sensiblen Bereichen arbeiten, zuvor einer gründlichen Reinigung unterzogen werden sollen. Natürlich trifft das auch auf Traktoren und andere landwirtschaftliche Nutzfahrzeuge zu. Einer der Hauptverursacher von Neophytenplagen sind die Mulchgeräte. In ihnen bleiben Pflanzenreste zurück, die auf weitere Flächen verbreitet werden. So können Pflanzen sich entlang von Wegen ausbreiten, oder an den Feldrändern entlang von Fliessgewässern, Autobahnen usw.. Ein Ende des Mulchens ist nicht in Sicht. Das Mulchgerät wird heute in allen Bereichen der Landwirtschaft eingesetzt. Begonnen hat es ca. um die 1990er Jahre. Mitte der 90er wurden bereits die meisten Straßenböschungen mit diesen Geräten gemulcht. Schlägelheckseln nennt man das, wenn mit kleinen Eisen auf einer Rolle der Boden abgefräßt wird. Mulchen nennt man, das Liegenlassen von Pflanzenteilen zur Selbstdüngung des Bodens. Alle gemulchten Flächen verwandeln sich in Kompostflächen. Sie gleichen sich sehr. Die Vielfalt der Pflanzengesellschaften geht verloren. Gemulchte Böden sind das Nährbett für Neophyten.

Der Gilbweiderich ist eine schmucke heimische Blume mit Tendenz zur Massenvermehrung

Deshalb hat sich der Verein zur Aufgabe gesetzt, Vergleichsflächen zu erhalten. So kann man sich in der Gemeinde Stainz bei Straden im Ortsteil Sulzbach einen über einen Kilometer langen Vorflutgraben mit seinem Bewuchs anschauen. Eine Seite wird gemulcht, die andere wird gemäht und das Mähgut entfernt. Wo gemäht wird, fallen die Ackerbeikräuter aus. An den anschließenden Ackerrändern muss nun nicht mehr gespritzt werden um das Eindringen lästiger Pflanzenfeinde abzuwehren. Es wachsen seltene Arten, wie die Sibirische Schwertlilie, der Langblatt-Blauweiderich, die Herbstzeitlose oder der Sumpf-Storchenschnabel. An der gemulchten Seite herrschen die Neophyten vor, die weit in die Ackerflächen eindringen. Mulchen ist also die Basis für den Spritzmitteleinsatz. Und das ist nicht nur umweltfeindlich, sondern vor allem teuer!! Die Mahd dauert überdies nicht länger als das Mulchen. Gerade lineare Systeme bieten sich da an.

Ausreisen und auf trockenen Flächen vertrocknen lassen!

Projekt Nummer 2 ist die Erhaltung von grabenbewohnenden spätblühenden Pflanzengesellschaften bei der Zentralkläranlage in Wilhelmsdorf. Mit dem angrenzenden Landwirt wurde eine Vereinbarung bezüglich der Mulchmahd getroffen. Auch die Gemeinde Merkendorf wurde eingebunden. Zuvor wurde nur mit der Gemeinde gesprochen und es hat jahrelang nicht funktioniert! Im Graben haben sich durch die gleichzeitige Mulchmahd mit anderen bereichen Neophyten breit gemacht. Diese werden in Handarbeit nun entfernt um das Grabenstück sauber zu halten. Resultat ist die Entwicklung einer natürlichen, seltenen, blütenreichen Pflanzengesellschaft mit Gilbweiderich, Spitzblättriger Malve, Weg-Malve, Johanniskraut, Braunwurz, Blutweiderich, div. Brommbeeren usw.. Es ist dies ein Hort für Insekten, die natürlich auch für die Bestäubung der Ackerpflanzen unverzichtbar sind. Die lichtoffene Situation ist die Basis. Doch nun ein paar Bilder: Den ganzen Beitrag lesen »