Neonicotinoide – Nein danke!!!!

16. Mai 2013

 

Nachdem heute abend der Bericht über die bedrohlichen Beizmittel und ihrer gefährlichen Verwandtschaft am Schauplatz hoffentlich den Rest der Welt aufgeweckt haben, fallen mir dazu noch einige historischen Fakten ein. Im April 2005 fanden im Brutgebiet der Blauracke in Dirnbach erste Freilandversuche statt. Zufällig kam ich hinzu und beobachtete, was dort geschah. Ich fragte die Experten, die ein Versuchsfeld mit den gebeizten Maissaatgut  anlegten, was das sei? Man versicherte mir, dass besagtes Beizmittel völlig ungefährlich sei, was ich natürlich nicht glauben konnte. Also habe ich mit dem Herrn Klug von der Landeskammer telephoniert, der mir versicherte, dass es hier keine Probleme mit Insekten gäbe und wenn ich wollte, könne ich das auch schriftlich haben. Das habe ich natürlich sofort verlangt. Doch leider wurde diesem Verlangen nicht nachgekommen. Also habe ich bei der AGES in Wien angerufen und dort nachgefragt, ob diese Beizmittel für Blauracken ungefährlich seien. Natürlich versicherte man mir auch dort die völlige Harmoligkeit des produktes. Ich habe ebenfalls eine schriftliche Bestätigung angefordert, was mir zwar ebenfalls zugesagt wurde, aber bis heute nicht erfolgt ist. 2006 war dann das letzte gute Blaurackenjahr. Ab 2007 sind die Bestände dramatisch eingebrochen. Bis 2012 auf ein 10tel des Bestandes. Natürlich sind Blauracken die Spitze der Nahrungskette. Doch auch sie fressen am Acker Käfer und deren Larven. Auch wenn der kleine Maiswurzelbohrer momentan noch nicht zur vorzüglichen Speise der Blauracke zählt, sind doch andere Arten, wie Laufkäfer oder Maulwurfsgrillen am Plan und diese leben auch im Acker. Vor drei Jahren begann man dann mit dem Spritzen der Weinberge in Klöch und Tieschen gegen die aufkommende Rebzikade, in einem weiteren sehr wichtigen Teil des Europaschutzgebietes. Wieder habe ich meine Bedenken dagegen bei Kammer und Naturschutzabteilung geäußert. Es gäbe auch andere Möglichkeiten. Doch diese werden in der konventionellen LW einfach ignoriert. Man fühlt sich in diesen Fragen immer überfordert. Gesunder Menschenverstand ist leider auch nicht überall vorhanden. Aber Panikmache, wie in den diversen landwirtschaftlichen Zeitungen, die nicht unwesentliche Mittel aus der Pharmabranche erhalten.

Nicht nur die Honigbienen trifft das Gift, das leider auch in den meisten Gartenanlagen verwendet wird, sondern auch Ameisen, Hummeln und viele andere auf unseren Wiesen heimische Insektenarten. Seit 1997 untersuchen wir die heimische Insektenfauna und müssen leider immer mehr feststellen, dass zahlreiche Arten immer seltener werden. Mit den Insekten verschwinden auch einige Pflanzenarten. Doch das alles läuft für den Durchschnittsbürger normalerweise unbemerkt ab. Doch heuer wurde vielen bewußt, dass keine Bienen mehr fliegen. Wo früher die Obstbäume voll waren, ist heute nichts mehr zu hören.