Raab-Exkursion mit Gniebinger Kulturverein „Dorfleben“ und Mag. Bernard Wieser

6. Mai 2012

Noch scheint der Vollmond nicht vom Himmel als Florian Lugitsch die Führung durch sein Werksgelände, dem Gniebinger Raabflusskraftwerk und seinen Photovoltaikanlagen beginnt. Eine Keplerturbine mit einer Wasserdurchflusssteuerung, die sich dem anfließenden Raabwasser anpasst ist das Herzstück seiner ökologisch ausgewogenen Wasserkraftanlage. Dadurch fallen die unterliegenden Bereiche der Raab nicht trocken, weil es keinen Schwallbetrieb gibt. Daran könnten sich viele Kraftwerksbetreiber eine Scheibe abschneiden. Seine Photovoltaikanlage ist aus Sand gebaut, gibt Florian Lugitsch zum Besten. Er meint damit die Silikatstruktur, die diese Anlage benötigt. Der Grundstoff Silizium ist in jedem kristallinen Sand enthalten und daher fast überall verfügbar. Den ganzen Beitrag lesen »

Raabtal

4. März 2012

Die Raab ist der 2. größte Fluss der Steiermark. Sie entspringt am Osser nahe der Teichalm auf ca. 1200 m Seehöhe und verläßt die Steiermark bei Hohenbrugg/Schiefer. Der Fluss wurde in den 50er bis 80er Jahren um über 30 Kilometer verkürzt. Alle natürlichen Flussschleifen wurden durchstochen und übrig blieb ein kanalförmiges Gerinne, links und rechts mit Basaltblöcken gesichert. Die Fließgeschwindigkeit des Flusses erhöhte sich daraufhin und alle Brücken und Mühlengebäude entlang des Flusses wurden unterspült, woraufhin eine große Investitionswelle erfolgte, um diese Schäden zu reparieren. Die Fische hingegen verschwanden. Mindestens 30 % der Fischarten sind im Gewässer ausgestorben oder müssen nachbesetzt werden. Eine weitere Folge der Begradigung war eine Eintiefung des Gewässers um stellenweise mehr als 2 Meter. Das Geschiebe kann nicht so schnell nachkommen, wie es durch den Fluss abtransportiert wird. Die meisten durchgestochenen Flussschleifen dienten als Deponien und wurden zugeschüttet. Heute sind da nur noch Ackerflächen. Einige wenige Altarme hat der Naturschutzbund in den 80er und 90er Jahren erworben und so vor diesem Schicksal gerettet. Sie sind heute Naturschutzgebiete, letzte Refugien im immer ausgeräumteren Raabtal. Vor ca. 10 Jahren begann eine Wiedereinbindung in den Flusslauf. Man erhofft sich eine Verlangsamung der Raab und eine Anhebung des zu stark gesunkenen Grundwasserspiegels. Fischuntersuchungen haben gezeigt, dass in den natürlich dynamischen Abschnitten nun das 3fache an Fischmasse vorhanden ist, als in den gestauten und begradigten Abschnitten. Hier brüten auch wieder zahlreiche Vogelarten. Dieser Prozess muss unbedingt weitergehen. Der Fluss braucht mindestens 7 % der Talflächen um natürlich zu fliesen und all seine Funktionen erfüllen zu können. Im Falle der Raab würde ein 50 bis 70 Meter breites Flussbett ausreichen. Den ganzen Beitrag lesen »

Raab-Auenfest in Hohenbrugg/Raab

23. Juni 2011

„Mein m² Raabtal“ nennt sich die Aktion des Österreichischen Naturschutzbundes, Bezirksstelle Feldbach. Seit 1999 gibt es sie. Inzwischen wurden € 250.000,- mit Hilfe der Bevölkerung gesammelt und 180.000 m² Grund an der Raab im Bereich Hohenbrugg-Schiefer angekauft. Genug dafür, dass nun ein Projekt der Wasserwirtschaft greifen kann. Es nennt sich Open-Wehr und bedeutet, dass der Fluss für die Fische wieder durchgängig gemacht werden soll. Denn durch einige Kraftwerke zwischen St. Gotthart und Fehring gibt es keine Möglichkeit für ettliche Fischarten in die oberen Bereiche des Flusses zu gelangen um dort ihren Laich abzulegen. Deshalb fehlen diese Fische auch auf der österreichischen Seite der Raab.

Alle 2 Jahre läd man zusammen mit der Freiwilligen Feuerwehr Hohenbrugg deshalb zum Auenfest um auch ein Resümee über die vergangenen Jahre zu ziehen und Zukunftspläne zu präsentieren. Eine Übersicht über die Ereignisse gibt auch die Homepage der Aktion www.raabauen.at . Obmann Oskar Tiefenbach, Naturschutzbund-Präsident Johannes Gepp, Hofrat Josef Wagner aus Oberwart und Adolf Haluschan aus Feldbach präsentierten ihre Arbeiten zum Thema Naturschutz und Wasserwirtschaft. Anschließend wurde eine Exkursion durch das Auengebiet gleich von mehreren Biologen für die Anwesenden durchgeführt. Trotz anfänglicher Schlechtwetterwarnungen wurde es schließlich ein prachtvoller Frohnleichnamstag mit über 1000 Gästen in den Raabauen. Den ganzen Beitrag lesen »