Raabtal

4. März 2012

Die Raab ist der 2. größte Fluss der Steiermark. Sie entspringt am Osser nahe der Teichalm auf ca. 1200 m Seehöhe und verläßt die Steiermark bei Hohenbrugg/Schiefer. Der Fluss wurde in den 50er bis 80er Jahren um über 30 Kilometer verkürzt. Alle natürlichen Flussschleifen wurden durchstochen und übrig blieb ein kanalförmiges Gerinne, links und rechts mit Basaltblöcken gesichert. Die Fließgeschwindigkeit des Flusses erhöhte sich daraufhin und alle Brücken und Mühlengebäude entlang des Flusses wurden unterspült, woraufhin eine große Investitionswelle erfolgte, um diese Schäden zu reparieren. Die Fische hingegen verschwanden. Mindestens 30 % der Fischarten sind im Gewässer ausgestorben oder müssen nachbesetzt werden. Eine weitere Folge der Begradigung war eine Eintiefung des Gewässers um stellenweise mehr als 2 Meter. Das Geschiebe kann nicht so schnell nachkommen, wie es durch den Fluss abtransportiert wird. Die meisten durchgestochenen Flussschleifen dienten als Deponien und wurden zugeschüttet. Heute sind da nur noch Ackerflächen. Einige wenige Altarme hat der Naturschutzbund in den 80er und 90er Jahren erworben und so vor diesem Schicksal gerettet. Sie sind heute Naturschutzgebiete, letzte Refugien im immer ausgeräumteren Raabtal. Vor ca. 10 Jahren begann eine Wiedereinbindung in den Flusslauf. Man erhofft sich eine Verlangsamung der Raab und eine Anhebung des zu stark gesunkenen Grundwasserspiegels. Fischuntersuchungen haben gezeigt, dass in den natürlich dynamischen Abschnitten nun das 3fache an Fischmasse vorhanden ist, als in den gestauten und begradigten Abschnitten. Hier brüten auch wieder zahlreiche Vogelarten. Dieser Prozess muss unbedingt weitergehen. Der Fluss braucht mindestens 7 % der Talflächen um natürlich zu fliesen und all seine Funktionen erfüllen zu können. Im Falle der Raab würde ein 50 bis 70 Meter breites Flussbett ausreichen. Den ganzen Beitrag lesen »