Streuobstpflege

7. Februar 2018

Streuobstäpfel ohne Spritzmittel erzeugt sind gesund

Im Steirischen Vulkanland wachsen hochgerechnet ca. 100.000 Streuobstbäume, die nicht im Spalierbaumsystem der Intensivobstgärten stehen. Es werden an die 4000 Besitzer (nur 20 % der Bevölkerung inkl. nahe Verwandte) sein, die sich diesen Bestand teilen. In guten Obstjahren sind daher  150 Kilogramm im Schnitt an Ernte möglich, also 15 Mio Kilogramm oder 15000 Tonnen Streuobst. Daraus könnte man z. B.: 8 Mio Liter Saft erzeugen. Es gäbe aber auch die Alternativen Strudel, Kompott, Marmeladen, Dörrobst und ähnliches für den eigenen Haushalt zu produzieren und natürlich diverse alkoholische Getränke. Das Fallobst bleibt liegen und wird von den Tieren im Obstgarten genutzt. Die Vielfalt unserer Obstsorten ist hervorragend. Das ist auch für die Verteilung auf die unterschiedlichen Erntezeiten und Nutzungsmöglichkeiten ausschlaggebend. Die alten Sorten haben meist noch einen natürlichen höheren Säure- und Peroxydase gehalt, welche sich auf Lagerung und Haltbarkeit auswirken und außerdem gute Geschmacksträger sind. Das Bräunen des Fleisches ist jedoch bei den Konsumenten unbeliebt, daher wurden diese Eigenschaften in der Züchtung dezimiert und somit auch der Geschmack. Vielfach treten heute bei den modernen Sorten Unbekömmlichkeiten auf, die teilweise auf das Fehlen dieser wichtigen Grundsubstanzen zurück zu führen sind. Streuobst ist in der Regel ungespritzt und gesund, während die industriellen Anlagen häufig behandelt werden und sogar mit Herbiziden am Boden gearbeitet wird.

Christian Fitz und Stefan Tschiggerln beim Streuobstschnitt

Gut zwei Drittel der Streuobstbestände im steirischen Vulkanland leiden unter Mistelbefall oder sind durch mangelnde Hygiene beim Schnitt durch gefährliche Pilze, wie den Zottigen Schillerporling befallen. Auch der Hallimasch, der vor allem dann auftritt, wenn im Garten durch Mulchen zu lange eine Mahd und Auszehrung ausgespart wird, kann dem Bestand massive Verluste zufügen. Erkennbar sind in den alten Gärten die Pflanzungsinitiativen vor und wärend des 2. Weltkrieges. Nach dem Krieg in der Mitte der 50er Jahre kamen neue Sorten hinzu, vor 30 bis 35 Jahren gab es wieder einen regionalen Pflanzenschub. Der Generationenwechsel ist maßgeblich dafür verantwortlich, dass die Gärten zwischenzeitlich nicht betreut werden. Nach einigen Jahren wächst das Interesse wieder, dach dann sind meist schon Pflegeprobleme vorhanden.

Vermistelung führt zum Absterben der Bäume und ist eine große Gefahr für die Nachbarbäume

Unser Verein bewirtschaftet 1200 Obstbäume und setzt jährlich über 100 Bäume nach. Alle Bäume erfordern natürlich ein hohes Maß an Pflege und Reinlichkeit. Die Arbeiten finden in den Wintermonaten statt, wo wir weniger ausgelastet sind. Wir holen uns immer öfter fachkundige Personen zu Rate, um unsere Kenntnisse zu verbessern. Diesmal kam Christian Fitz aus München für einige Tage zu Besuch um uns freiwillig in diesen Hygienefragen zu unterstützen und beim Baumschnitt zu helfen. Sein fachkundiges Wissen über die Pflege hat er aufgrund seines Berufes erworben. Er ist als Garten- und Landschaftsarchitekt direkt mit dem Auspflanzen und der Pflege von Garten- und Parkanlagen betraut und führt in München eine eigene Firma. Unsere Expertenzahl ist damit wieder gestiegen. Inzwischen hat sich mit Stefan Tschiggerl aus Halbenrain ein neuer Streuobstfachmann für unseren Verein gefunden, der zusammen mit Dr. Michael Suanjak, unseren Haus- und Hofpomologen aus Niederösterreich auch um die Erhaltung seltener und würdiger alter Sorten bemüht. Im alten Kollergarten in Wieden haben wir einige Kronprinzenbäume vom Ertragsschnitt- auf Streuobstformat geändert und nebenbei Hygienemaßnahmen durchgeführt. Hans Kern aus Oberraktisch wird am 17. März einen Streuobst-Schnittkurs im Naturschaugarten Stainz bei Straden durchführen. 

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Streuobstaktion in Wieden

28. Januar 2015

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In unserem größten Streuobst–Pachtgarten in Wieden waren umfangreiche Pflegemaßnahmen notwendig. Der Besitzer, Josef Koller ist bereits 88 Jahe alt und selbst nicht mehr in der Lage seine Obstbäume zu schneiden. Also haben sich die Mannen des Blaurackenvereines daran gemacht und einen Tag lang Pflegearbeit geleistet. Unter der Anleitung von Altmeister Hans Kern wurden vor allem die Jungbäume in einen fachgerechten Zustand überführt. Mit Hilfe unserer Streuobstkartierung aus den letzten Jahren wußten wir auch, was bei welchem Baum an Maßnahmen notwendig war. Ca. 50 Bäume wurden verjungt, geformt und mit Stützen versehen. Den ganzen Beitrag lesen »

Internationaler Besuch im Blaurackengebiet

19. Mai 2012

Ornithologen und Naturschützer aus der Schweiz, aus Frankreich und Deutschland haben im Rahmen einer Mitteleuropatour auch das Blaurackengebiet rund um Straden besucht. Die meist in Artenschutzprojekten arbeitenden Forscher haben sich hier die Feuchtwiesen in Wieden, die Blauracken in stainz bei Straden und auch die Trockenrasen in St. Anna am Aigen angesehen. Es gab einen intensiven Informationsaustausch und gute Aussichten auf internationale Vernetzung von Steinkauz-, Wiedehopf- und Blaurackenprojekt. Einen schönen Abschluss gab es noch beim Buschenschank Holler in Dirnbach. Den ganzen Beitrag lesen »