Sterlet-Besatz an der Mur

1. Juni 2016
Hans und Ruperta Körtveljesi, Michael Breuss und Stojan Habjanic vom Murschutzkomitee

Hans und Ruperta Körtveljesi, Michael Breuss und Stojan Habjanic vom Murschutzkomitee

Seit einem Jahrhundert haben sich die Sterlets, die kleinste europäische Störart, immer weiter aus der Mur und Drau in Richtung Donau zurückgezogen. Nur selten trifft man einen dieser Knochenfische oberhalb der Mur-Drau-Mündung an. Der Grund ist neben der intensiven Befischung vor allem der Mangel an geeigneten Laichgründen. Der Sterlet schwimmt über 300 Kilometer Stromaufwärts um dann in frischen Schotterbänken abzulaichen. Damit ähnelt er in seiner Biologie dem Donaulachs, dem Huchen, der ebenfalls frische Schotterbänke zum Laichen benötigt. Seit einem Jahrhundert halten jedoch die Wasserkraftwerke diesen Schotter zurück und das wirkt sich auf die Verbreitung dieser Arten aus. Der Sterlet sucht im Winter tiefe Gewässereinstände auf und zieht ab April stromaufwärts. Er ernährt sich von Bodentieren, vorwiegend Wirbellosen, Schnecken, Würmern, Krebsen usw..

WWF-Balkangruppe mit heimischen Fischern

WWF-Balkangruppe mit heimischen Fischern

WWF und Moja Mura (Slowenisches Murschutzkomitee) haben nun zusammen eine Freilassungsaktion unterhalb des letzten Murkraftwerks bei Spielfeld in Cersak durchgeführt. Sterlets wurden aus einer deutschen Donau-Nachzucht in Slowenien weitergezüchtet. Nun wurden 30 3jährige Sterlets freigelassen. Die Tiere sind markiert worden. Fischer auf beiden Seiten der Mur sollen die Fänge ihren Fischereiverbänden melden und möglichst wieder freilassen. Man will dadurch mehr über die Anpassung der Tiere erfahren. Erst mit 5-11 Jahren werden die Tiere geschlechtsreif. Die Aktion richtet sich aber auch gegen den geplanten Kraftwerksbau an der Mur. Es sind 8 Kraftwerke im Grenzmurabschnitt und auf rein slowenischen Boden geplant. Die Mur ist noch der wertvollste slowenische Fluss und es gibt tausende Fischer, die ihren Fluss erhalten wollen. Die durchgeführten millionenteuren Aufweitungsmaßnahmen des österreichischen Wasserbaus haben nicht zuletzt auch mit Hilfe des letzten Hochwassers geeignete Lebensbedingungen für den Sterlet hergestellt. Den ganzen Beitrag lesen »