Durch herrliche Wälder ging es den Berg hinauf in Richtung Cersak
Samo Tus hat im Vorfeld der Wanderung dafür gesorgt, dass Medien und Politiker aus Slowenien zu diesem Ereignis eingeladen wurden. So kamen neben der Bürgermeisterin von Gornja Radgona auch ein Parlamentsmitglied und der Minister für Raumplanung und Ressourcen Uros Brezan.

Es war dem Internationalen Murschutzkomitee (Moja Mura) ein Anliegen, die Ramsarwanderung nach dem Hochwasser im Jänner nachzuholen und der Tag der Erde hat sich dafür gut angeboten. Man traf sich also in Sladki Vrh in Slowenien zu einem weiteren Versuch und trotz angesagtem Regenwetter kamen doch über 100 begeisterte Wanderer, die mit ihrem Marsch auch die Mur schützen wollen.

Die Begrüßung bei der Schule in Sladki Vrh brachte auch alte Bekanntschaften und Freunde verschiedener Länder wieder zusammen, die sich schon lange nicht mehr gesehen haben. Reinhard Padinger, LEiV-Vorstandsmitglied und Hobby-Slowenisch-Könner brachte seine Anlage mit und übersetzte sowohl ins Slowenische als auch ins Deutsche.

Dann ging es los. 6 Kilometer in Richtung Cersak, entlang des Grenzpanoramaweges, vorbei an der Fähre von Weitersfeld, über die Hügel mit herrlicher Aussicht über das Slowenische Hügelland (Slovenska Gorize) und über das Südoststeirische Hügelland. Das Bacherngebirge, die Koralpe, aber vor allem die Mur im Auge, die 100 Meter unter uns ihren Lauf vollziehte.

Der eigentliche Grund für die Wanderung war jedoch die Sichtbarmachung einer Umweltsünde. So lagern in Cersak auf einer Murinsel 150.000 Tonnen an Müll aus über 30 verschiedenen Fraktionen. Bei jedem größeren Hochwasser ist die Deponie in Gefahr ins Murwasser zu stürzen und den Unterlauf zu verseuchen. Ein Zustand, der auch den Politikern aus Laibach sehr unangenehm ist.

Die örtliche Bevölkerung hat schon seit 20 Jahren versucht, diese Deponie aus ihrem Umfeld entfernen zu lassen. Es stinkt dort nach Tierkadavern und nach dem Kläranlagen-Reststoffen. Millionen Fliegen belästigen die Bevölkerung, getarnt unter den Deckmantel Biokompostierung und verschuldet von der Gemeinde Sentil.

Das Murschutzkomitee ist nicht nur ein Verein auf dem Papier. Es ist uns nicht wurscht, wenn wir solche Zustände sehen und wenn durch eine derartige Deponie die Wasserversorgung von 300.000 Menschen, Anrainern der Mur in Gefahr ist.

Nach den Kundmachungen und einem Selfi vor der Deponie traten wir die Rückwanderung an und trafen uns noch in der Schule von Sladki Vrh auf ein gutes Gulasch und erwärmende Gespräche, bevor sich die Gesellschaft des Murschutzkomitees wieder auflöste.
